#1 Good Morning Baby


Der Wecker klingelt - höchste Zeit aufzustehen - denkt sich mein Hund und springt ins Bett.
Dabei hatte ich noch nicht einmal Zeit meine Augen zu öffnen, als sie sich mit voller Wucht gegen mich wirft, mein Gesicht sucht und abschleckt.
Für mich hat das zwei frei wählbare Konsequenzen: 1. Aufstehen oder 2. Weiterschlafen.
Leider ist Konsequenz Nr. 2 gar nicht so einfach durchzuführen. Hund schnarcht, in der Küche läuft bereits der Fernseher, Kaffeemaschine poltert und brüllt wie eine Kreissäge - die Badezimmerlüftung ist nicht der Rede wert.

Also geht es raus. Hund aus dem Bett geworfen, Kapuzenjacke übergezogen, Schlappen an, raus. Dummerweise entspricht das "Ausgeh-Outfit" nicht ganz dem Niveau des Architekturbüros unter unserer Wohnung - schnell wird sich herausgeschlichen, Kopf gesenkt, gleichzeitig auf den Hund geachtet, der übereifrig und mit voller Blase über die Straße rennt. Mit dem Wunsch im Kopf, nicht entdeckt oder erwischt zu werden, passiert eigentlich genau das, was man nicht will:
"Hey - Paula ist aber groß geworden. Paula, wann kommst du uns denn wieder im Büro besuchen?" - "Äh ja, hallo! Marcus nimmt sie bestimmt demnächst mal wieder mit runter - tschüüüss."
Klasse. Naja, Pech gehabt. Dafür gehts nacher noch öfter mal mit dem Hund raus - und dann aber ohne Pyjama, mit gekämmtem Haar und frisch geschminkt. In der Hoffnung, DIESES MAL erst recht gesehen zu werden.


Nach diesem leicht peinlichen Ereignis wird noch etwas auf der Couch gesessen, ein Kaffee getrunken, gegessen, Sachen in die Spülmaschine geräumt.
Hund fordert Nahrung. Hund fordert scheinbar Nahrung SOFORT!
Hund trieft alles mit Sabber voll.

Hund vs. Mensch
Runde 1
Hund bekommt: Fleisch, Gemüse, Obst, Joghurt, Haferflocken und Co.
Mensch bekommt: Kaffee, öden Toast, morgendliche Ration Muntermacher.

Allein der Vorfwurf an mich, der nun schon des öfteren fällt: "Der Hund isst besser als wir - für mich kochst du nie so wie für den Hund!"
Das lassen wir mal so stehen. Ich setze ihm gerne mal frischen Blättermagen mit gehexeltem Gemüse/Obst vor.

Alles ein großes Geschlürfe und Geschmatze, der Napf wird hin und her geschoben, bis er schließlich leergeschleckt in der Ecke landet. Hund legt sich auf den Teppich, der VOR der Hundezeit noch schön weiß war ( aber das ist eine andere Geschichte ), wälzt sich und scheint satt zu sein.
Na dann, guten Morgen.




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#2  Benutzt, beschmutzt


Seitdem ich hier wohne, auch schon einige Zeit davor, habe ich einen weißen Kunstfellteppich. Dieser Teppich wurde vor meiner Zeit hier im Ruhrgebiet gehegt, gepflegt und ja, sogar gekämmt.
Schwierig wurde es dann, als die Kaninchen einzogen und ihr Streu hin und her wirbelten. Allein die Tatsache, dass sie überhaupt aus irgendeinem Grund wirbelten, brachte mir an manchen Tagen ein großes Fragezeichen ins Gesicht. Nachdem ich sie aus einem merkwürdigen Haushalt befreit hatte und man mir kurz vor meinem Verschwinden noch hinterher rief: "DAS FLEISCH IST GUT!", sollte man meinen, diese Kaninchen hätten jetzt DEN perfekten Aufenthalt.

Aber es kam immer schlimmer und schlimmer. Kaninchen 1 und Kaninchen 2 ( ja - sie hatten leider keine Namen. Im nachhinein habe ich mir Sorgen gemacht, dass sie - also die Namenlosigkeit - die Kaninchen in eine tiefe Seinsstörung getrieben haben könnte ) wurden mit der Zeit immer paranoider, klopften mich bei jedem Freilauf an und auch der regelmäßige Auslauf im Gartengehege ließ die Kluft zwischen den Kaninchen und mir immer größer werden lassen.

Irgendwann ging diese Beziehung zugrunde. Mit der Lüge an das kleine Mädchen vom Bauernhof, ich habe momentan zu viel für's Abitur zu lernen und überhaupt ( das war noch nicht einmal gelogen ), gab ich Kaninchen 1 und Kaninchen 2 ( die ich noch schnell auf den Namen Frau Kaninchen und Pauline getauft hatte - anonym kommt nicht so gut ) ab.

Aber zurück zum Thema. Der Teppich war schon was angenehmes und irgendwie bekam ich nach mehreren Jahren die Sägespäne aus dem Teppich heraus. Manchmal sehe ich noch ein zwei Späne und erinnere mich an die zwei Kaninchen. Ja, JEDENFALLS ( und jetzt bleiben wir dabei ) war dieser Teppich nach einigen Jahren wieder clean.

Nach einiger Zeit entschloss ich mich, einen Hund in Pflege zu nehmen. Sein Name war Bob. Bob war ein Schäferhund-Collie-Mischling. Groß und schön.
Aber egal, was Bob von mir zu knabbern bekam, er nahm es IMMER mit auf den Teppich.
Bob sabberte den Teppich voll, Bob knusperte den Teppich voll, Bob haarte den Teppich voll. Aber Bob war schön, Bob war groß und Bob und ich wir mochten uns sehr.

Dann kam Niki. Niki liebte diesen Teppich ebenso. Sie lag darauf, sie spielte darauf. Da Niki aber genauso gerne, wie sie auf dem Teppich lag, sich im Gras herumwirbelte, blieb dieser nicht lange weiß. Und so kam es, dass der Teppich das erste Mal in die Waschmaschine musste.
Es war alles andere als schön. Er war total verfilzt. Aber es war okay. Niki war klein, Niki war ängstlich und was noch viel wichtiger war: Niki liebte diesen Teppich und ich liebte Niki. Niki durfte das.

UND DANN KAM PAULA!
Paula pieselte auf den Teppich, machte ein Häufchen auf den Teppich ( sie war ja noch ein Baby ), Paula fraß auf dem Teppich und lag auf dem Teppich ( fressen und schlafen auf dem Teppich ist noch immer Programm ).
Paula ist süß. Aber Paula darf den Teppich nicht derartig verschmutzen.
Seit Paulas Ankunft war der Teppich schon etliche Male in der Wäsche, der Weichspüler hat vollkommen seinen Zweck verfehlt und vom Verfilzen wollen wir gar nicht erst reden. Gegen das Verfilzen hilft nur noch eine Drahtbürste.

Jaja.. so war das. So ist das. Und da ein zweiter Hund in Planung ist, wird der gute, weiße Kunstfellteppich noch weiter leiden müssen.




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#3   Durchzechte Nächte


Was tut man nicht alles für den Hund?
Man kocht, man kauft, man duldet, man liebt und vor allem überwindet man.
Ja genau. Man überwindet.

So fängt es mit dem täglich "Brot" an: das am Vorabend in den Kühlschrank gelegte Fleisch ist aufgetaut, schön blutig und riecht auch irgendwie so, wie etwas zu riechen hat, wenn es für den Hund ist - nicht besondern angenehm.
Es werden alle anderen Zutaten vermischt, während man einen Schuss Lachsöl hinzugibt und ein bisschen würgen muss und papp, landet das Fleisch im Napf. Nach dem großen Rülpser wird sich wieder gewälzt und danach hingelegt.
Irgendwann ist es soweit, man begibt sich nach draußen, schleicht an den türkischen Mitbürgern vorbei, die sowieso schon die Straßenseite wechseln, und begibt sich in die hinterste Ecke, damit der Hund sein Geschäft erledigen kann. Geschäft ist nicht ganz in Ordnung, aber doch irgendwie akzeptabel.

Der Tag vergeht, man begibt sich irgendwann ins Bett, freut sich auf den verdienten Schlaf und wird mitten in der Nacht durch sanftes Gejammer und Rumgetippele geweckt.
Hund will raus. Sofort.
Zack, Schlappen an, Schlüssel in die Hand. Hund läuft vor ( passiert sonst nie. Sonst lässt sich Hund zum runterlaufen bitten ). Tür auf, Hund raus.
Pfffffrrrzrzrzrzrzrllll...!!!
Oooh nein. Nein nein nein. Nein. Das ist jetzt nicht passiert.
Aber es ist sehr wohl passiert. Durchfall. Sonst kein großes Problem, wäre da nicht die Korkenzieherrute. Tja, und die ist komplett eingesaut. Wäre das doch nur das einzige. Aber es kommt noch "besser": Hund schüttelt sich im Flur. Zu spät bemerkt.
Jetzt hat der Flur eine neue Verzierung. Gesprenkelt.

Also ist die Nachtruhe vorerst futsch. Es werden Feuchttücher herausgekramt, Hundepopo und Schwänzchen gesäubert, Hund will sich setzen(!!!), Wand gesäubert. Dem Himmel sei dank ist diese gefliest.

Aber was tut man nicht alles für den Hund und was lässt man nicht alles indirekt über sich ergehen.

Oooh du Hund du Hund. Du bist immer für eine Überraschung in der Nacht gut.


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Neuer Eintrag!!!
23.09.2009
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(c) Katharina Markiewicz
 

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